Referenz-Bericht:
"Wäscherei von Militärtextilien im Zeughaus Payerne"

(Abschrift aus der Zeitschrift "Gasette 3/2001")


Auf Initiative von Regiomat wurde 1993 im Zeughaus Sursee erstmals eine Termoölheizung ausgeführt Der Bund hat damit enorme Investitionskosten eingespart.

Das Zeughaus Payerne profitierte von den guten Erfahrungen der Initiative Regiomat. Damit sind die vielen Vorteile dieses Heizsystems auch für grosse Wäschereien bewiesen.

740 t Wäsche pro Jahr

Erdgasfeuerung für neue Grosswäscherei der Schweizer Armee

Wäschereigebäude im Zeughaus Payerne
Denkmalgeschützte Fassade. Wäschereigebäude im Zeughaus Payerne.

Das neue Westschweizer Zentrum für die Wäsche von Militärtextilien befindet sich im Zeughaus Payerne. Es wurde mit einer zentralen Wärmeerzeugung eingerichtet; die Wärmeübertragung erfolgt durch Thermoöl. Erdgas ist Hauptbrennstoff.

Payerne ist mit seinem Flugplatz und den beiden Kasernen der Flugabwehr und der Fliegertruppen ein wichtiges militärisches Zentrum. Dazu gehört auch ein Zeughaus. Dieses besteht aus drei Hauptgebäuden und einem Hof und steht mit der Note 3 im Verzeichnis schützenswerter Bauten. Im Gebäude Nr. 1 bestand bereits eine Wäscherei aus den 60er-Jahren,

Bereits in den 70er-Jahren prüfte das Bundesamt für Armeematerial und Bauten (BAB) die Realisierung eines neuen Textilzentrums mit Wäscherei. Dabei stand ein Neubau oder ein Umbau des Gebäudes Nr. 1 zur Diskussion. Nach langer Prüfung wurde Ende 1995 diese Lösung gewählt. Im Oktober 1998 konnte mit den Arbeiten begonnen werden.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1898. Die Holzstruktur des Erdgeschosses sowie das Gebälk konnten den statischen und hydroskopischen Anforderungen einer neuen Wäscherei nicht genügen. Man renovierte deshalb die Fassaden, wobei Fenster und Türen ersetzt wurden, und ersetzte das Gebälk durch eine Betonplatte.

Architekturkonzept

Bei der Planung war Rücksicht zu nehmen auf die bestehende Gebäudestruktur aber auch auf die Anforderungen einer Wäscherei, die bestehenden Achsen in Gebäude, die Niveaus bei den Eingängen und der Decken. Die Disposition der Räume wurde deshalb aufgrund der Waschereifunktionen und ihrer Platzbedürfnisse gewählt. Das umgebaute Gebäude umfasst eine Fläche von 1'539 m² und ein SIA-Volumen von 13'698 m³.

Waschen, Trocknen, Mangeln

Der neue Komplex ist konzipiert zur Verarbeitung und Reinigung der gesamten Militärtextilien der Westschweiz. Mit einer Kapazität von 740 t pro Jahr sind die Anlagen geeignet für die Bearbeitung so unterschiedlicher Stücke wie Pullover, Handschuhe oder Ausgangstenue oder sogar Spitalwäsche.

Mange
Die 2,55 m breite Mange ist ebenfalls mit Thermoöl beheizt.

 

Herzstück der Wäscherei ist ein Tunnelwäscher mit einer Drehtrommel mit zehn Abteilen, der sowohl direkt als auch über einen Doppelmantel mit Dampf von 140°C beheizt wird. Dieser wird in einem Dampferzeuger von 460 kW produziert, der seinerseits mit Thermoöl beheizt wird und 670 kg Dampf pro Stunde liefert. Der Tunnelwäscher wird ergänzt durch drei Waschmaschinen von 155, 90 und 24 kg. Diesen wird die benötigte Heizleistung von 180, 140 und 50 kW direkt über Thermoöl geliefert.

Für die Trocknung sind drei thermoölbeheizte Tumbler von 50 kg bzw. 150 KW Anschlussleistung und anderseits zwei Trockenkammern mit intensiver und homogener Luftspülung installiert. Das Innere der Kammern besteht vollständig aus Holz Die Trocknungsluft tritt durch perforierte Decken ein. Jede ist an einen Monoblock angeschlossen, der einen Luftumsatz von 35'000 m³/h leistet und dem Thermoölkreislauf 320 kW Leistung entnimmt. Die Abwärme wird über einen Plattenwärmetauscher und einen Wasser-Glykol-Kreislauf aus der Abluft zurückgewonnen.

 

Waschmaschinen
Die Waschmaschinen mit 155, 90 und 24 kg
Trockenraum
Blick in eine der mit Holz ausgekleideten Trockenkammern

Bügeln und Falten besorgt eine 2,55 m breite Mange mit einer Geschwindigkeit von 16 m/Min. Diese entnimmt dem Thermoölkreislauf 180 kW.

Zentralisierte Wärmeerzeugung

Das Pflichtenheft forderte sparsamen Energieeinsatz und die Berücksichtigung der Prinzipien der Nachhaltigkeit. Den Auftrag zur Erarbeitung des Energiekonzepts erhielt das Ingenieurbüro Weinmann-Energies SA in Echallens Dieses zog eine zentralisierte Wärmeerzeugung einer dezentralen Beheizung jeder Maschine vor. Die Heizzentrale besteht nun aus einem Thermoölkessel mit einem Gas-/Öl-Zweistoffbrenner von 1600 kW, wobei Erdgas als Hauptbrennstoff dient. Dieser Kessel liefert Thermoöl mit 240 - 210°C an die Verbraucher. Das Thermoöl zirkuliert in einem Verteilnetz, an das alle Wäschereigeräte oder weitere thermische Verbraucher wie Dampferzeuger oder Wassererwärmer angeschlossen sind.

Wärmerückgewinnung im Vordergrund

Die Wäscherei (200 kW), das Bürogebäude (35 kW) und die Werkstätten (120 kW) werden durch konventionelle Radiatoren beheizt. Heizwasser wird in erster Priorität aus einem 90 kW-Wärmeaustauscher gewonnen, der die Abgaswärme des Thermoölkessels ausnutzt, was deren Temperatur auf rund 100°C reduziert und eine beachtliche Energierückgewinnung bedeutet. Ein zweite Wärmetauscher von 400 kW ist an den Thermoölkreislauf angeschlossen, der entweder den Vorlauf des ersten Wärmetauschers auf die benötigte Temperatur nachheizt oder die Spitzen deckt.

Kessel
Regiomat Thermoölkessel Anlage mit 1600 kW mit ELCO Gas/Oel-Zweistoffbrenner.

Wenn die Wäscherei nicht in Betrieb ist, wird zusätzlich Wärme aus einem bestehenden Oelkessel von 480 kW geliefert.

Warmwasser wird in zwei Speicherboilern von 2000 und 1500 l erzeugt. Dabei wird das Warmwasser zuerst von der Abwärme des Tunnelwäschers vorgewärmt. Das Heizungsnetz liefert den Rest.

Diese Lösungen haben sich bewährt. Die Wäscherei ist seit März 2000 in Betrieb. Vor allem haben sie es gestattet, dem Pflichtenheft zu entsprechen, den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren und zusammen mit dem gewählten Brennstoff Erdgas einen Beitrag zur Schonung der Umwelt zu leisten.

 

 

 

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